Interview

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Bis 1990 habe ich im Bezirk Magdeburg, in der DDR gelebt. Mit dem Beitritt zur BRD 1990 wurde das Land Sachsen-Anhalt neu gegründet. In Halberstadt lebe ich seit meiner Kindheit.

 

Auf welche Ausbildung und welche beruflichen Erfahrungen blicken Sie zurück?

Kinderkrankenschwester von der Ausbildung, habe ich kurze Zeit als Sprechstundenschwester in der Mütterberatung gearbeitet, war 3 Jahre bei der FDJ (Jugendorganisation der DDR), war tätig als Blutentnahmeschwester, habe eine Fachkundeausbildung  als Sterilisationsassistentin für medizinische Güter und lange Jahre in der Zentralsterilisation  gearbeitet. Seit  2 Jahren im OP-Bereich für den Transport prämedizierter Personen zuständig.

 

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Durch die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen 1990, ich wollte mich nicht raushalten, wollte mitgestalten.

 

Was treibt Sie an?

In jedem Spruch ist ein Widerspruch.

 

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Mitglied des Landtages vorgenommen?

Mit meiner Fraktion die Kita-Gebühren bei 190 € deckeln und die Personalsituation in den Schulen grundlegend verbessern! Siehe auch Sofortprogramm der LINKEN  u.a. Elternbeiträge  für die KITA bezahlbarhalten–Kommunen finanziell entlasten.

Renten angleichen– Bundesratsinitiative einbringen, Mitwirkung  Älterer stärken durch ein Seniorenmitwirkungsgesetz,

 

Welche Rolle spielt Sachsen-Anhalt in Deutschland und in Europa und welche Perspektiven sehen Sie für das Land?

Hier ist die Wiege deutscher Rechtsprechung. Das fasziniert mich und gibt mir die Überzeugung, dass wir in einem Land voller Kultur leben, geographisch  mitten in Deutschland  gelegen. Die Geschichte Sachsen-Anhalt zeigt auch,  dass  Entwicklung immer von Menschen gemacht wird, die die vorhandenen Möglichkeiten ausleben, auslegen, gestalten. Wenn dies immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger geschieht und diese ihre Lebensumstände aktiv mit gestalten können und wollen, sehe ich sehr gute Perspektiven für das Land .

Wie wollen Sie die Zukunft Sachsen-Anhalts mitgestalten?

In eben diesem Sinne ,der Einbeziehung vieler Menschen in ihre sie angehenden Angelegenheiten. Ich habe großes Vertrauen in den gesunden Menschenverstand. Politik demokratisieren ist wohl der richtige Slogan.

 

Wie denken Sie über die in Sachsen-Anhalt in den letzten Monaten aufgenommenen Flüchtlinge? Welche Chancen und Probleme sehen Sie und wie möchten Sie darauf reagieren?

Die Geschichte Sachsen-Anhalts ist, wie auf der ganzen Welt, immer wieder eine Geschichte von Zuzug und Wegzug von Menschen. 40 Millionen Menschen verließen Europa im 19. Jahrhundert in Richtung Amerika, weil ihre soziale Lage so perspektivlos war. In Halberstadt haben Ausländer (Franzosen/Hugenotten) Ende des 17. Jahrhunderts wesentlich zum Aufschwung von Handwerk und Gewerbe beigetragen. Die Menschen, die heute kommen, verlassen auch ihr Zuhause nicht ohne Not. Wir geben ihnen erstmal körperliche Sicherheit, Unterkunft, helfen ihnen dabei, ihr Leben in einem unbekannten Land zu organisieren, damit sie anfangen können, ihr Leben neu zu planen.

Das ist nicht zu viel verlangt von einem Deutschland, das keine Vermögenssteuer und, keine Erbschaftssteuer von den ganz Reichen erhebt, das  Steuerflüchtlinge unbehelligt lässt und gerade den größten Posten für Militärausgaben aller Zeiten ausgegeben hat.

 

Was möchten Sie als Abgeordneter des Landtages für Ihren Wahlkreis tun ?

Als Abgeordnete des Landtages will ich was für die Lebensbedingungen der Menschen tun, daran mitwirken, das endlich die Grundschule im Stadtteil  Sargstedter Siedlung baulich saniert wird, ein modernes Gleichstellungsgesetz kann Bedingungen schaffen, dass wieder mehr Frauen  Verantwortung in Politik und Gesellschaft übernehmen können. Natürlich gehört dazu auch ein ordentliches Kinderfördergesetz mit bezahlbaren KITA-Preisen, die Städte und Gemeinden finanziell entlasten, bzw mehr Finanzmittel geben um ihre Aufgaben erfüllen zu können.

 

Welcher ist Ihr Lieblingsort in Sachsen-Anhalt?

Das ist zu viel verlangt. Sachsen-Anhalt hat so viel schöne Orte und Gegenden, und dann noch je nach Jahreszeit und Saison. Eine kleine Anekdote: Im Frühjahr 2001 stand ich in den USA im Nationalpark Bryce-Canyon. Wir trafen ein junges Ehepaar aus Deutschland, und befragten uns nach dem woher wohin. Auf unsere Auskunft, wir kämen aus der Gegend des Harzes, schwärmten sie vom Bodetal und da würden  sie unbedingt nochmal wieder hinfahren. Einen Moment lang war ich mal völlig sprachlos .