Interview

 

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Ich bin in der Lutherstadt Wittenberg geboren und lebe seitdem in Braunsdorf, einem kleinen  Ortsteil der Ortschaft Reinsdorf jetzt Stadtteil der Lutherstadt, dem ich unter anderem auch als Ortsbürgermeister von Reinsdorf vorstehen darf.

 

Auf welche Ausbildung und welche berufliche Erfahrungen blicken Sie zurück?

Nach meiner Lehre als Elektromaschinenbauer war ich bis 2005 im technischen Bereich aktiv. Danach habe ich sowohl den Bundestagsabgeordneten Engelbert Wistuba, als auch die Landtagsabgeordnete Corinna Reinecke als Wahlkreismitarbeiter unterstützt. Die genauen Stationen können Sie meinem Lebenslauf auf meiner Internetseite entnehmen.

 

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Ich bin während den Wendejahren zur Politik gekommen: Plötzlich war alles anders und es gab Mitgestaltungsmöglichkeiten. Ich wollte mich unbedingt einbringen und habe mich in den Gemeinderat meines Ortes wählen lassen. Später kamen dann langsam aber sicher zusätzliche Mandate im Stadtrat und im Kreistag Wittenberg hinzu. Dabei ist es für mich unheimlich wichtig, bspw. im Kreistag genau um die Sorgen in meiner Gemeinde und meinem Ort zu wissen, um diese entsprechend vertreten zu können. Deswegen kandidiere ich nun auch für den Landtag, um mit meiner Erfahrung in der Kommunalpolitik auch dazu beizutragen, dass die Entscheidungen auf Landesebene noch stärker die Kommunen in den Blick nehmen, die letztlich eine Vielzahl von diesen Entscheidungen umsetzen müssen.

Ein Schwerpunkt war in meiner bisherigen politischen Arbeit auch der wichtige Bereich der Schul- und Kulturpolitik.

 

Was treibt Sie an?

Die Liebe zur und die Erfahrung in der Region! Wittenberg hat von Kultur bis zur regionalen Wirtschaft viel zu bieten. Das muss nach Außen getragen und unterstützt werden.

 

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Mitglied des Landtages vorgenommen?

Ich möchte dazu beitragen, dass Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren die richtigen Entscheidungen trifft. Neben einer gezielten Arbeitsmark- und Wirtschaftspolitik dürfen wir dabei nicht die Bildungs- und Kulturpolitik nicht aus dem Auge verlieren.

 

Welche Rolle spielt Sachsen-Anhalt in DE und in Europa und welche Perspektiven sehen Sie für das Land?

Das Wechselspiel zwischen Europa und Sachsen-Anhalt ist ein ganz besonderes: So ist Sachsen-Anhalt in Europa bspw. für seine kulturelle Geschichte bekannt. Als Wiege der Reformation, dem Standort des Bauhauses und des malerischen Gartenreichs Dessau-Wörlitz oder auch als Wirkungsstätte von Vordenkern wie Luther, Cranach oder Melanchthon ist Sachsen-Anhalt über seine Grenzen hinweg bekannt.

Europa finden wir in Sachsen-Anhalt ebenfalls: So hat unser Bundesland bislang mehr als 3,4 Mrd. Euro aus den europäischen Fonds erhalten. Brückenbauten, Schlössersanierungen oder auch Finanzierung von beruflicher Bildung geschieht mit EU-Mitteln. Dieses Engagement muss im Land stärker hervorgehoben werden.

 

Wie wollen Sie die Zukunft Sachsen-Anhalts mitgestalten?

Auf kommunaler Ebene konnten und können wir im Kreis- und Stadtrat schon einiges bewegen. Einige Hebel werden dann aber doch auf Landes-, Bundes- und Europaebene bewegt. Hier möchte ich zusätzlich aktiv werden, um unsere Region zu gestalten. Das Zusammenspiel von kommunaler Politik und Landtag finde ich hierbei sehr interessant. Hier möchte ich mich für Wittenberg und Umgebung engagieren.

 

Wie denken Sie über die in Sachsen-Anhalt in den letzten Monaten aufgenommenen Flüchtlinge? Welche Chancen und Probleme sehen Sie und wie möchten Sie darauf reagieren?

Ich muss zugeben, dass mich der aktuelle Flüchtlingsstrom sehr stark bewegt. Wie perspektivlos, wieviel Angst muss man in seinem Heimatland haben, um tausende von Kilometern auf sich zu nehmen, um hier zu uns zu kommen um um Schutz und Asyl zu bitten. Bilder aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak können eine Idee darüber geben, aber was es wirklich bedeutet, dort der Angst ausgesetzt zu sein, um sein Leben fürchten zu müssen – schrecklich.

Jedem der solchen Grausamkeiten und Ängsten ausgesetzt ist müssen wir Schutz geben, das ist für mich eine Selbstverständlichkeit und auch eine historische Verpflichtung. Allerdings beobachte ich momentan auch, dass sehr viele Menschen eine gewisse Angst vor der großen Anzahl an Flüchtlingen haben, die zu uns kommen wollen. Um diesen Ängsten begegnen zu können, muss ein deutlich stärkerer Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt werden und vor allem muss endlich eine Strategie her, wie wir die Flüchtlinge aufnehmen und wie wir sie integrieren können.  

Mit meinem SPD-Ortsverein in Wittenberg haben wir einige „Willkommens-veranstaltungen“ organisiert, um den Dialog zwischen Flüchtlingen und den Wittenbergerinnen und Wittenberger zu fördern. Von einem Integrationsfußballturnier über ein Asyltheaterstück bis zu einem „Asylstadt-Spaziergang“ haben wir uns bereits engagiert. Wir werden auch weiterhin solche Veranstaltungen anbieten, denn sowohl die Flüchtlinge als auch die Wittenbergerinnen und Wittenberg haben die Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten dankend angenommen.

 

Was möchten Sie als Abgeordneter des Landtages für ihren Wahlkreis tun?

Durch meine langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik werde ich versuchen unsere Region in Magdeburg würdig zu vertreten.

     

    • Schwerpunkte:
      • Verbesserung der Kommunalfinanzen.
      • Würdigung des ehrenamtlichen Engagements und die Voraussetzungen dafür. (z.B. Freiwillige Feuerwehren, ich bin selbst seit 40 Jahren Mitglied der FF Braunsdorf)
      • Ausnutzung aller Möglichkeiten zur Förderung des ländlichen Raumes  und der Landwirtschaft

       

     

 

Welcher ist ihr Lieblingsort in Sachsen-Anhalt?

Der Fläming um die Lutherstadt Wittenberg. Neben dem städtischen Treiben mit Geschichte und Kultur, genieße ich gern meine freie Zeit an der Elbe und der wechselvollen Landschaft des Flämings.